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Hundefreundliche Ferienwohnung: „Hunde erlaubt“ allein reicht nicht

Ein kleines Pfotensymbol im Inserat, eine zusätzliche Gebühr und der Hinweis „Hunde erlaubt“ – damit ist eine Ferienwohnung noch lange nicht hundefreundlich.

Für Gäste mit Hund macht es einen großen Unterschied, ob ihr Vierbeiner lediglich geduldet wird oder ob die Unterkunft tatsächlich auf den gemeinsamen Aufenthalt vorbereitet ist. Gleichzeitig müssen Eigentümer darauf achten, dass zusätzliche Reinigung, Abnutzung und organisatorischer Aufwand wirtschaftlich beherrschbar bleiben.

Eine erfolgreiche hundefreundliche Ferienwohnung braucht deshalb keine möglichst lange Liste tierischer Extras. Sie braucht ein klares, zum Objekt passendes Konzept.

Eine große Zielgruppe mit konkreten Bedürfnissen

Im Jahr 2025 lebten nach einer repräsentativen Erhebung von IVH und ZZF rund zehn Millionen Hunde in Deutschland. Mindestens ein Hund gehörte zu jedem fünften Haushalt. Insgesamt lebten in 43 Prozent aller deutschen Haushalte Heimtiere. Die Erhebung umfasste 5.000 Haushalte und bezieht sich auf Heimtierhaltung, nicht unmittelbar auf das Reiseverhalten. (ZZF und IVH)

Dass Hunde auch bei der Urlaubsplanung eine wichtige Rolle spielen, zeigt eine Befragung von Booking.com aus dem Jahr 2025. Von den 1.000 befragten deutschen Hundebesitzern gaben 43 Prozent an, gezielt hundefreundliche Reiseziele auszuwählen. 30 Prozent würden eine Reise nur buchen, wenn der Hund mitkommen kann. Zwischen September 2024 und Juli 2025 wurde der Filter „haustierfreundlich“ weltweit bei 7,74 Millionen Unterkunftssuchen auf der Plattform verwendet. (Booking.com)

Diese Suchzahl steht nicht für 7,74 Millionen unterschiedliche Reisende oder tatsächliche Buchungen. Sie zeigt aber, dass die Mitnahme von Haustieren ein häufig genutztes Auswahlkriterium ist.

Ferienwohnungen passen besonders gut zu Reisenden mit Hund

Die Österreich Werbung hat das Reiseverhalten von Menschen untersucht, die einen Sommerurlaub mit Hund planen. In den zehn betrachteten europäischen Märkten entsprach diese Gruppe rund fünf Prozent beziehungsweise 7,8 Millionen Menschen.

Die Zielgruppe unternimmt überdurchschnittlich häufig Kurzreisen, reist besonders oft mit dem Auto oder Wohnmobil und bevorzugt Ferienwohnungen und Ferienhäuser. Bewegung in der Natur, Wandern und Baden in Seen spielen eine wichtige Rolle. Die Untersuchung bildet das touristische Potenzial für Österreich ab und kann daher nicht eins zu eins auf jede deutsche Region übertragen werden. Das grundsätzliche Reiseprofil ist für deutsche Gastgeber dennoch aufschlussreich. (Österreich Werbung)

Ferienwohnungen bieten dieser Zielgruppe einige natürliche Vorteile:

  • mehr Platz als ein klassisches Hotelzimmer,
  • eine eigene Küche für die gewohnte Fütterung,
  • weniger Begegnungen in Fluren und Gemeinschaftsbereichen,
  • flexible Tagesabläufe,
  • häufig einen direkten Zugang nach draußen,
  • mehr Privatsphäre für Mensch und Tier.

Das bedeutet jedoch nicht, dass jede Ferienwohnung automatisch für Hunde geeignet ist.

Passt das Objekt wirklich zu Hundegästen?

Bevor Hunde zugelassen werden, sollte das Objekt ehrlich geprüft werden. Eine Entscheidung allein nach der möglichen zusätzlichen Nachfrage greift zu kurz.

Zu betrachten sind insbesondere:

  • die Lage der Wohnung innerhalb des Gebäudes,
  • der Weg vom Parkplatz bis zur Unterkunft,
  • Treppen, Aufzug und enge Gemeinschaftsflächen,
  • Art und Empfindlichkeit der Bodenbeläge,
  • vorhandene Polstermöbel und Textilien,
  • Hellhörigkeit gegenüber Nachbarwohnungen,
  • Balkon, Terrasse oder Garten,
  • Spaziermöglichkeiten im direkten Umfeld,
  • Zugang zu Grünflächen,
  • die Organisation der Reinigung.

Eine Wohnung im fünften Stock ohne Aufzug kann für einen jungen Hund funktionieren, für ein älteres Tier aber ungeeignet sein. Ein Garten ist wiederum nur dann ein echter Vorteil, wenn klar beschrieben wird, ob er allein genutzt wird, eingezäunt ist oder mit anderen Gästen geteilt werden muss.

Auch die Umgebung zählt. Eine Ferienwohnung in unmittelbarer Nähe zu Feldern, Waldwegen oder einem Park bietet einen anderen Nutzen als ein Apartment, bei dem jede kurze Gassirunde zunächst über stark befahrene Straßen führt.

„Haustiere erlaubt“ ist zu ungenau

In vielen Inseraten bleibt offen, welche Tiere tatsächlich mitgebracht werden dürfen. Gäste erfahren nicht, ob die Erlaubnis nur für einen kleinen Hund gilt oder ob auch zwei große Hunde willkommen sind.

Eine professionelle Regelung sollte vor der Buchung verständlich beantworten:

  • Sind ausschließlich Hunde oder auch andere Haustiere erlaubt?
  • Wie viele Hunde dürfen mitgebracht werden?
  • Gibt es Einschränkungen hinsichtlich Größe oder Gewicht?
  • Dürfen Hunde auf Sofa oder Bett?
  • Können Tiere zeitweise allein in der Wohnung bleiben?
  • Welche Bereiche des Grundstücks dürfen genutzt werden?
  • Entstehen zusätzliche Kosten?
  • Welche Ausstattung wird bereitgestellt?
  • Muss der Hund vor der Anreise angemeldet werden?

Es geht nicht darum, Gästen möglichst viele Verbote aufzuerlegen. Klare Angaben verhindern Missverständnisse und ermöglichen beiden Seiten eine realistische Einschätzung.

Wer zwei Hunde zulässt, sollte die Wohnung auch auf zwei Tiere vorbereiten können. Wer nur einen Hund akzeptiert, sollte dies nicht erst nach der Buchung mitteilen.

Kleine Ausstattungsdetails haben oft den größten Nutzen

Eine hundefreundliche Ferienwohnung benötigt nicht automatisch eine Hundedusche, einen Agility-Parcours oder einen vollständig eingezäunten Garten. Häufig verbessern bereits einfache, gut ausgewählte Dinge den Aufenthalt deutlich.

Sinnvolle Grundausstattung

Eine solide Grundausstattung kann umfassen:

  • einen Wasser- und einen Futternapf,
  • eine waschbare Unterlage für die Näpfe,
  • ein separates Handtuch für nasse oder schmutzige Pfoten,
  • einen gut sichtbaren Platz für Kotbeutel,
  • eine abwaschbare Hundedecke,
  • Informationen zu den nächsten Spazierwegen,
  • Kontaktdaten einer Tierarztpraxis in der Umgebung,
  • Hinweise zu hundefreundlichen Ausflugszielen.

Gerade das Pfotenhandtuch ist ein gutes Beispiel für eine kleine Investition mit doppeltem Nutzen: Der Gast erhält eine praktische Hilfe und verwendet im besten Fall nicht die weißen Gästehandtücher zur Reinigung des Hundes.

Zusätzlicher Komfort bei passender Zielgruppe

Wenn Hundegäste einen wichtigen Teil der Positionierung ausmachen, können weitere Angebote sinnvoll sein:

  • ein sicher nutzbarer Außenbereich,
  • ein leicht zugänglicher Wasseranschluss,
  • ein Eingangsbereich mit ausreichend Platz,
  • eine robuste Garderobe für Leinen und nasse Jacken,
  • waschbare Schutzauflagen für Polstermöbel,
  • ein stabiler Staubsauger für die Nutzung während längerer Aufenthalte,
  • Kooperationen mit Hundeschulen, Tierbetreuung oder Gassiservice.

Entscheidend ist nicht die Menge der Ausstattung. Sie muss zum Objekt, zur Aufenthaltsdauer und zur erwarteten Nutzung passen.

Pflegeleichte Materialien erleichtern den Betrieb

Wer regelmäßig Gäste mit Hund aufnimmt, sollte die Einrichtung nicht nur nach ihrer Optik auswählen.

Glatte, gut zu reinigende Bodenbeläge sind im laufenden Betrieb meist einfacher als hochflorige Teppiche. Abnehmbare und waschbare Bezüge erleichtern die Pflege von Sofa und Sesseln. Empfindliche Dekoration auf niedrigen Ablagen verursacht dagegen unnötige Risiken.

Auch bei Textilien lohnt es sich, an den gesamten Reinigungsprozess zu denken:

  • Können Decken und Schutzauflagen hygienisch gewaschen werden?
  • Gibt es ausreichend Ersatzwäsche?
  • Wie schnell trocknen die Materialien?
  • Lassen sich Tierhaare gut erkennen und entfernen?
  • Können Polster gründlich abgesaugt werden?
  • Gibt es schwer zugängliche Bereiche unter Möbeln?

Eine aufwendig gestaltete Unterkunft kann weiterhin hundefreundlich sein. Sie benötigt dann allerdings mehr Schutz, klare Abläufe und möglicherweise längere Reinigungszeiten.

Tierhaare verschwinden nicht mit einer normalen Sichtreinigung

Der zusätzliche Aufwand entsteht häufig weniger durch offensichtliche Verschmutzungen als durch Haare, Gerüche und Spuren an Stellen, die bei einer normalen Reinigung leicht übersehen werden.

Besonders geprüft werden sollten:

  • Polster und deren Zwischenräume,
  • Bereiche unter Bett und Sofa,
  • Vorhänge und Teppiche,
  • Fußleisten und Raumecken,
  • Balkon- und Terrassentüren,
  • Bettgestelle und textile Kopfteile,
  • Garten oder Außenfläche,
  • Näpfe und Hundedecken.

Nach einem Aufenthalt mit Hund kann daher ein eigener Reinigungsschritt sinnvoll sein. Dazu gehören je nach Objekt gründliches Saugen, feuchtes Wischen, die Kontrolle der Polstermöbel und das Waschen der bereitgestellten Textilien.

Wichtig ist eine realistische Zeitplanung. Wenn die Reinigungskraft für eine belegungsfertige Wohnung normalerweise zwei Stunden benötigt, darf ein zusätzlicher Aufwand nicht einfach stillschweigend in denselben Zeitraum gedrückt werden. Sonst leidet am Ende entweder die Qualität oder die Wirtschaftlichkeit.

Andere Gäste dürfen nicht vergessen werden

Eine hundefreundliche Positionierung bedeutet nicht, dass jeder nachfolgende Gast Tierhaare oder Gerüche akzeptieren muss.

Die Wohnung sollte nach jedem Aufenthalt wieder in einem Zustand übergeben werden können, bei dem die vorherige Anwesenheit eines Hundes nicht sofort auffällt. Das schützt die Gesamtqualität des Objekts und nicht nur die Zufriedenheit der Hundegäste.

Vorsicht ist außerdem bei Begriffen wie „allergikergeeignet“ geboten. Eine regelmäßig von Tieren genutzte Wohnung sollte nicht gleichzeitig den Eindruck vollständiger Tierhaar- oder Allergenfreiheit erwecken. Aus meiner Sicht ist hier eine ehrliche Positionierung besser als der Versuch, gegensätzliche Zielgruppen mit demselben Versprechen anzusprechen.

Bei mehreren Einheiten kann eine Aufteilung sinnvoll sein: einzelne ausdrücklich hundefreundliche Wohnungen und andere Einheiten ohne Tierbelegung. Das kann Reinigung, Ausstattung und Kommunikation deutlich vereinfachen.

Die Haustiergebühr muss zum tatsächlichen Aufwand passen

Eine Haustiergebühr sollte weder willkürlich festgelegt noch als pauschaler Zusatzgewinn betrachtet werden. Sie muss den voraussichtlichen Mehraufwand abbilden.

In die Kalkulation können einfließen:

  • zusätzliche Reinigungszeit,
  • Wäsche und Schutztextilien,
  • Verbrauchsmaterialien,
  • Kontrolle von Möbeln und Außenflächen,
  • Verwaltung und Gästeinformation,
  • anteiliger Ersatz stärker beanspruchter Ausstattung,
  • technische oder organisatorische Zusatzleistungen.

Ob eine einmalige Pauschale pro Aufenthalt oder ein Betrag pro Nacht sinnvoller ist, hängt vom Betrieb ab. Bei einem Kurzaufenthalt verursacht bereits der einmalige zusätzliche Reinigungsdurchgang einen erheblichen Aufwand. Bei längeren Aufenthalten können Nutzung und Verschleiß stärker ins Gewicht fallen.

Eine belastbare Kalkulation basiert deshalb auf den tatsächlichen Abläufen der jeweiligen Unterkunft. Eine übliche Pauschale aus einem fremden Inserat ist keine verlässliche Grundlage.

Hundefreundlichkeit kann die Nebensaison stärken

Reisende mit Hund interessieren sich laut der Potenzialstudie der Österreich Werbung besonders für Bewegung in der Natur, Wandern sowie Aufenthalte an Seen und in naturnahen Regionen.

Meine daraus abgeleitete Einschätzung: Diese Zielgruppe kann für geeignete Ferienwohnungen auch außerhalb der klassischen Sommerferien interessant sein. Spaziergänge und Wanderungen sind im Frühjahr oder Herbst häufig angenehmer, Reisezeiträume können flexibler sein und viele Ziele sind weniger überlaufen.

Das ist keine Garantie für zusätzliche Buchungen. Eine Unterkunft mit guter Lage, geeigneter Ausstattung und klaren Spaziermöglichkeiten kann sich aber für Aufenthalte positionieren, die nicht ausschließlich vom Hochsommer abhängen.

Dabei sollte nicht einfach „hundefreundlich“ behauptet werden. Sinnvoller sind konkrete Informationen:

  • Entfernung zum nächsten Spazierweg,
  • Beschaffenheit des Außenbereichs,
  • vorhandene Näpfe und Pfotenhandtücher,
  • erlaubte Anzahl der Hunde,
  • nahe gelegene Ausflugsziele,
  • Möglichkeiten zum Waschen oder Trocknen nach nassen Spaziergängen.

Von „erlaubt“ zu überzeugend hundefreundlich

Eine erfolgreiche hundefreundliche Ferienwohnung schafft einen Ausgleich zwischen drei Interessen: Der Gast soll sich mit seinem Hund willkommen fühlen, das Tier soll sicher und angenehm untergebracht sein und der Eigentümer muss den zusätzlichen Aufwand wirtschaftlich beherrschen können.

Dafür braucht es keine übertriebene Spezialausstattung. Es braucht die richtige Entscheidung für das jeweilige Objekt, geeignete Materialien, eine kalkulierte Reinigung und eine verständliche Kommunikation.

Bei BISCHEL Property Management analysiere ich, ob die Zielgruppe zum Standort und zur Wohnung passt, welche Ausstattung tatsächlich sinnvoll ist und welcher zusätzliche Betriebsaufwand entsteht. Daraus kann ein Angebot entwickelt werden, das nicht nur freundlich klingt, sondern im Alltag funktioniert.

Denn „Hunde erlaubt“ ist eine Regel. Echte Hundefreundlichkeit ist ein durchdachtes Aufenthaltskonzept.

Sie möchten prüfen, ob eine hundefreundliche Positionierung zu Ihrer Ferienwohnung passt und welche Ausstattung sich wirtschaftlich trägt?

Quellen und Datengrundlage

  • ZZF – Zentralverband der Heimtierbranche e. V. und Industrieverband Heimtierbedarf e. V.: „Der Deutsche Heimtiermarkt 2025 – Umsätze bleiben auf hohem Niveau, Heimtiere in 43 Prozent der Haushalte“, veröffentlicht am 23. April 2026. Grundlage der Populationsdaten ist eine Telefon- und Onlinebefragung von 5.000 Haushalten durch Skopos. Die Daten beschreiben die Heimtierhaltung in Deutschland, nicht die Zahl tatsächlich reisender Hundehalter. Originalveröffentlichung
  • Booking.com: „Haustierfreundliches Reisen ist im Trend – Bei 4 von 10 deutschen Hundebesitzern bestimmt der Vierbeiner die Urlaubsziele“, veröffentlicht am 30. September 2025. Die Befragung wurde vom 16. bis 21. Juli 2025 durch Opinium unter 6.000 Hundebesitzern in fünf Ländern durchgeführt, darunter 1.000 Befragte aus Deutschland. Die 7,74 Millionen Suchvorgänge beziehen sich auf weltweite Plattform-Suchen mit aktiviertem Haustierfilter zwischen dem 2. September 2024 und dem 25. Juli 2025; sie entsprechen weder Einzelpersonen noch abgeschlossenen Buchungen. Originalveröffentlichung
  • Österreich Werbung: „Reisende mit Hund – Anspruchsvoll, mit hohem Naturbezug und Fokus auf Individualität“, veröffentlicht am 10. Juli 2025. Die Auswertung stammt aus der ÖW-Sommerpotenzialstudie 2025 und umfasst Reiseplanende aus Österreich, Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden, Belgien, Dänemark, Großbritannien, Italien, Polen und Tschechien. Die Ergebnisse beschreiben ein länderübergreifendes Potenzial für Österreich und sind nicht als Nachfrageprognose für einzelne deutsche Ferienwohnungen zu verstehen. Originalveröffentlichung
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