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KI-Reiseplanung: Wird Ihre Ferienwohnung noch gefunden?

Bisher begann die Suche nach einer Ferienwohnung meistens mit einem Ort und einem Reisedatum. Anschließend wurden Filter gesetzt, Preise verglichen und zahlreiche Inserate geöffnet.

Dieser Ablauf verändert sich.

Immer mehr Reisende formulieren ihre Wünsche inzwischen so, wie sie diese auch einem Reisebüro oder einem Bekannten beschreiben würden:

„Ich suche eine ruhige Ferienwohnung für eine Familie mit einem Kind, eigenem Parkplatz, schnellem Internet und Ausflugsmöglichkeiten im Umkreis von 30 Minuten.“

Eine KI kann daraus eine Vorauswahl erstellen, Unterkünfte miteinander vergleichen und sogar einen vollständigen Reiseplan zusammenstellen.

Für Eigentümer von Ferienwohnungen entsteht damit eine neue Frage: Kann ein solches System überhaupt erkennen, für wen die eigene Unterkunft geeignet ist und was sie von anderen Angeboten unterscheidet?

KI wird Teil der Reiseplanung

Eine von Booking.com veröffentlichte internationale Befragung zeigt, wie schnell sich das Reiseverhalten verändert. Von mehr als 37.000 Befragten aus 33 Märkten gaben 89 Prozent an, KI künftig bei der Reiseplanung einsetzen zu wollen. Zwei Drittel hatten KI bereits in irgendeiner Form rund um eine Reise genutzt.

Besonders häufig wird KI eingesetzt, um Reiseziele und geeignete Reisezeiten zu recherchieren, Aktivitäten zu finden oder Empfehlungen für Restaurants und Ausflüge zu erhalten. KI-Assistenten wurden dabei von 24 Prozent der Befragten als vertrauenswürdige Informationsquelle genannt – häufiger als Reiseblogger oder Influencer.

Die Untersuchung wurde von Booking.com beauftragt und bildet weltweite Einstellungen ab. Sie ist daher keine isolierte Aussage über deutsche Feriengäste. An der Befragung nahmen allerdings auch 2.033 Personen aus Deutschland teil. Die Ergebnisse sind damit zumindest ein belastbares Signal dafür, wohin sich die Reiseplanung entwickelt.

Quelle: Booking.com – Global AI Sentiment Report

Auch die technischen Angebote wachsen. Booking.com entwickelt seinen ursprünglichen KI-Reiseplaner zu einem digitalen Begleiter weiter, der während verschiedener Phasen einer Reise eingesetzt werden kann.

Eine KI-gestützte Reiseunterstützung ist unter anderem bereits in Deutschland verfügbar. Gäste können beispielsweise in natürlicher Sprache fragen, ob eine Unterkunft über einen Parkplatz verfügt. Das System greift anschließend auf die hinterlegten Objektinformationen zurück und beantwortet die Frage.

Booking.com hat außerdem die Suche nach dort gelisteten Unterkünften über ChatGPT ermöglicht. Von dort können Reisende für die weitere Auswahl und Buchung auf die Plattform wechseln.

Quelle: Booking.com – KI-Funktionen für Reiseplanung und Gästeservice

Google arbeitet ebenfalls daran, Reiseplanung, Unterkunftsvergleich und Buchung stärker miteinander zu verbinden. Die KI-gestützte Reiseplanung kann Informationen aus der Google-Suche, Google Maps, Fotos, Bewertungen und weiteren Internetseiten zusammenführen.

Teile dieser Funktionen befinden sich noch in der Erprobung oder sind zunächst nur in einzelnen Ländern verfügbar. So war die von Google vorgestellte Reiseplanung über „Canvas“ zunächst auf Teilnehmer eines US-Testprogramms beschränkt. Andere KI-gestützte Reisefunktionen wurden dagegen bereits in zahlreichen Ländern, darunter Deutschland, eingeführt.

Die Richtung ist dennoch klar erkennbar: Zwischen dem Reisewunsch und der eigentlichen Buchungsseite entsteht zunehmend eine zusätzliche digitale Auswahlstufe.

Quelle: Google – Neue Möglichkeiten zur Reiseplanung mit KI

Was bedeutet das für eine einzelne Ferienwohnung?

Meine Schlussfolgerung aus dieser Entwicklung ist nicht, dass klassische Buchungsportale oder die eigene Website plötzlich bedeutungslos werden.

Im Gegenteil: Die Informationen auf diesen Seiten werden zur Grundlage dafür, wie digitale Systeme eine Unterkunft einordnen.

Eine KI kann aber nur mit den Informationen arbeiten, die eindeutig vorhanden und miteinander vereinbar sind.

Wenn in einem Inserat lediglich „gute Lage“ steht, bleiben viele Fragen offen:

  • Ist die Unterkunft ruhig?
  • Gibt es Restaurants in Laufnähe?
  • Wie weit ist es bis zum Bahnhof?
  • Sind Ausflugsziele für Familien erreichbar?
  • Eignet sich die Wohnung für Geschäftsreisende?
  • Ist ein eigener Parkplatz vorhanden?
  • Kann ein Gast dort mehrere Tage arbeiten?
  • Wie viele Personen können in regulären Betten schlafen?

Menschen können fehlende Angaben teilweise aus Bildern, Bewertungen oder einer Karte ableiten. Ein digitales Empfehlungssystem benötigt dagegen möglichst klare und strukturierte Informationen.

Allgemeine Werbesätze verlieren an Wert

Viele Ferienwohnungsbeschreibungen verwenden ähnliche Formulierungen:

„Liebevoll eingerichtet.“

„Zentral und dennoch ruhig gelegen.“

„Der ideale Ausgangspunkt für zahlreiche Unternehmungen.“

Solche Aussagen klingen zunächst positiv, liefern aber kaum verwertbare Informationen. Sie erklären weder, welche Gäste angesprochen werden sollen, noch wodurch sich die Unterkunft konkret auszeichnet.

Aussagekräftiger wären beispielsweise:

  • eigener Stellplatz direkt am Gebäude,
  • stufenloser Zugang über einen Aufzug,
  • bodengleiche Dusche,
  • Bahnhof in 500 Metern Entfernung,
  • stabiler Internetanschluss mit konkret angegebener Geschwindigkeit,
  • separater Arbeitsplatz,
  • Spielplatz in unmittelbarer Nähe,
  • Schlafmöglichkeiten mit eindeutig beschriebenen Bettgrößen,
  • konkrete Fahrzeiten zu wichtigen Ausflugs- oder Geschäftsstandorten.

Das ist keine Aufforderung, Inserate mit beliebigen Suchbegriffen zu überladen. Es geht um präzise, überprüfbare Angaben, mit denen Gäste und digitale Empfehlungssysteme tatsächlich arbeiten können.

Ausstattungsmerkmale müssen richtig hinterlegt sein

Ein wichtiger Vorteil kann wirkungslos bleiben, wenn er nur beiläufig im Beschreibungstext erwähnt wird.

Verfügt eine Unterkunft beispielsweise über einen Aufzug, einen Arbeitsplatz, eine Waschmaschine oder einen eigenen Parkplatz, sollten diese Merkmale auch in den dafür vorgesehenen Ausstattungsfeldern der Buchungsportale erfasst sein.

Dabei müssen die Angaben über alle verwendeten Kanäle hinweg zusammenpassen. Problematisch wird es, wenn beispielsweise:

  • auf der Website vier Schlafplätze genannt werden, im Portal aber nur zwei,
  • der Parkplatz im Text erwähnt, in der Ausstattungsliste jedoch nicht aktiviert ist,
  • unterschiedliche Entfernungen zu demselben Ziel angegeben werden,
  • Bilder eine Ausstattung zeigen, die in der Beschreibung nicht erklärt wird,
  • wichtige Informationen ausschließlich in einer automatischen Nachricht nach der Buchung erscheinen.

Solche Widersprüche verunsichern nicht nur Gäste. Sie erschweren auch eine eindeutige digitale Einordnung der Unterkunft.

Eine Unterkunft muss konkrete Reisebedürfnisse beantworten

KI-gestützte Reiseplanung orientiert sich zunehmend an vollständigen Wünschen und nicht nur an einzelnen Suchbegriffen.

Ein Gast sucht dann möglicherweise nicht mehr nach „Ferienwohnung Kraichtal“, sondern nach:

„Ruhige Unterkunft zwischen Karlsruhe und Heidelberg für drei Personen, mit Parkplatz, Küche und guter Bahnanbindung.“

Eine Ferienwohnung kann für diese Anfrage sehr gut geeignet sein. Damit sie berücksichtigt werden kann, müssen Lagevorteile, Ausstattung und mögliche Zielgruppen jedoch nachvollziehbar beschrieben sein.

Dazu gehört eine klare Antwort auf Fragen wie:

  • Für welche Personenzahl ist die Wohnung wirklich komfortabel?
  • Für welche Reiseanlässe eignet sie sich?
  • Welche wichtigen Ziele sind erreichbar?
  • Welche Probleme löst die Unterkunft besser als ein Hotel?
  • Welche Ausstattung ist für die angesprochene Zielgruppe entscheidend?
  • Was befindet sich tatsächlich in der näheren Umgebung?

Diese Positionierung sollte nicht erfunden oder künstlich aufgeblasen werden. Sie muss sich aus dem realen Objekt und seinem Standort ergeben.

Bewertungen werden zu einer wichtigen Informationsquelle

Google nennt Bewertungen ausdrücklich als Bestandteil der Informationen, die in eine KI-gestützte Reiseplanung einfließen können.

Damit erhalten authentische Gästerückmeldungen eine zusätzliche Bedeutung.

Wenn Gäste wiederholt die ruhige Lage, die Sauberkeit, den einfachen Check-in oder die gute Ausstattung hervorheben, bestätigt das die Aussagen des Inserats. Werden dagegen immer wieder unklare Anfahrtsbeschreibungen, fehlende Küchenutensilien oder eine unzutreffende Schlafplatzangabe erwähnt, entsteht ein anderes Bild.

Bewertungen sollten deshalb nicht nur gesammelt werden. Sie können systematisch ausgewertet werden:

  • Welche Stärken werden besonders häufig genannt?
  • Werden die gewünschten Zielgruppen tatsächlich erreicht?
  • Welche Erwartungen werden nicht erfüllt?
  • Welche Fragen tauchen vor der Buchung immer wieder auf?
  • Welche Informationen fehlen offenbar im Inserat?

Damit werden Gästebewertungen zu einer praktischen Grundlage für die Weiterentwicklung der Unterkunft.

Die eigene Website bleibt wichtig

Wenn Reiseplaner Informationen aus der Suche, aus Kartendiensten, von Buchungsportalen und aus weiteren Internetseiten kombinieren, wird ein konsistenter digitaler Auftritt wichtiger.

Eine gute Website sollte deshalb nicht lediglich schöne Bilder und einen Buchungsbutton enthalten. Sie sollte verständlich erklären:

  • wo sich die Unterkunft befindet,
  • für wen sie geeignet ist,
  • wie sie ausgestattet ist,
  • welche Reiseanlässe sie abdeckt,
  • welche Ausflugsziele und relevanten Orte erreichbar sind,
  • wie eine Anfrage oder Buchung möglich ist.

Dabei sollten die Angaben mit den Buchungsportalen und dem Google-Unternehmensprofil übereinstimmen.

Eine eigene Website schafft außerdem Raum für Informationen, die in einem standardisierten Portal nur eingeschränkt dargestellt werden können. Sie ist daher nicht nur ein möglicher Direktbuchungskanal, sondern auch eine ausführliche und kontrollierbare Informationsquelle über das Objekt.

Was Eigentümer jetzt konkret prüfen sollten

Eine erste Bestandsaufnahme muss nicht kompliziert sein. Sinnvoll ist ein Abgleich zwischen Website, Buchungsportalen, Kartendiensten und Gästebewertungen.

Dabei sollten insbesondere folgende Punkte geprüft werden:

  1. Sind die Zahl der Gäste und die vorhandenen Schlafplätze eindeutig beschrieben?
  2. Sind wichtige Ausstattungsmerkmale vollständig in den vorgesehenen Datenfeldern hinterlegt?
  3. Werden Entfernungen und Fahrzeiten konkret und einheitlich angegeben?
  4. Ist erkennbar, für welche Zielgruppen die Unterkunft geeignet ist?
  5. Sind Parkplatz, Internet, Arbeitsplatz und Zugangssituation nachvollziehbar erklärt?
  6. Stimmen Angaben und Bilder über alle Vertriebskanäle hinweg überein?
  7. Werden besondere Lagevorteile konkret benannt?
  8. Beantwortet das Inserat die häufigsten Fragen potenzieller Gäste?
  9. Bestätigen die Bewertungen die versprochenen Vorteile?
  10. Ist die Unterkunft auch außerhalb eines einzelnen Buchungsportals nachvollziehbar auffindbar?

Die entscheidende Frage lautet dabei nicht, wie oft ein bestimmter Suchbegriff im Text vorkommt. Entscheidend ist, ob die Unterkunft eindeutig verstanden und einer passenden Reiseanfrage zugeordnet werden kann.

Mein Fazit: Auffindbarkeit wird konkreter

KI wird Buchungsportale nicht von heute auf morgen ersetzen. Sie verändert aber bereits die Art, wie Gäste Reiseziele auswählen, Unterkünfte vergleichen und Informationen bewerten.

Für Ferienvermieter bedeutet das: Allgemeine Beschreibungen und unvollständig gepflegte Ausstattungslisten werden zunehmend zum Nachteil.

Eine Ferienwohnung muss digital klar verständlich sein. Nicht nur für einen Gast, der das Inserat aufmerksam liest, sondern auch für Systeme, die aus vielen Angeboten eine passende Vorauswahl erstellen.

Dazu braucht es keine modischen KI-Floskeln. Entscheidend sind:

  • eine klare Zielgruppe,
  • vollständige Objektdaten,
  • konkrete Lageinformationen,
  • konsistente Angaben auf allen Kanälen,
  • aussagekräftige Bilder,
  • authentische Bewertungen,
  • eine nachvollziehbare Positionierung.

Genau hier setzt eine professionelle Objekt- und Vermarktungsanalyse an.

Bei BISCHEL Property Management prüfe ich nicht nur, ob ein Inserat ansprechend aussieht. Entscheidend ist, ob ein Interessent – und zunehmend auch ein digitales Empfehlungssystem – zuverlässig erkennen kann, warum die Unterkunft zu einer bestimmten Reise passt.

Sie möchten wissen, wie eindeutig Ihre Ferienwohnung derzeit positioniert ist und ob die entscheidenden Informationen auf Website und Buchungsportalen tatsächlich erkennbar sind?

Quellen und Datengrundlage

  1. Booking.com: „Booking.com Releases The Global AI Sentiment Report“, veröffentlicht am 23. Juli 2025. Internationale Onlinebefragung von 37.325 Personen aus 33 Märkten, darunter 2.033 Personen aus Deutschland.
    Originalquelle bei Booking.com
  2. Booking.com: „Booking.com Debuts Agentic AI Innovations, Adding to its Robust Suite of GenAI Tools for Customers“. Informationen zu KI-Reiseunterstützung, KI-Kommunikation, Verfügbarkeit in Deutschland und zur Einbindung von Booking.com in ChatGPT. Abrufstand: 25. Juli 2026.
    Originalquelle bei Booking.com
  3. Google: „New ways to plan travel with AI in Search“, veröffentlicht am 17. November 2025. Informationen zur KI-gestützten Reiseplanung, zur Einbindung von Suchdaten, Google Maps, Bildern und Bewertungen sowie zu geplanten Buchungsfunktionen.
    Originalquelle im Google-Blog

Hinweis zur Einordnung: Die genannten Unternehmen berichten über eigene Befragungen und Produkte. Die daraus abgeleiteten Empfehlungen für Ferienvermieter sind eine fachliche Einordnung von BISCHEL Property Management. Sie stellen keine Aussage darüber dar, dass jede KI bereits heute sämtliche Ferienwohnungen oder Internetseiten vollständig erfassen und vergleichen kann.

Stand der Ausarbeitung: 25. Juli 2026.

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